Themen: Wirtschaft/Finanzen, Leben
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Die 2020 gegründete Berner Hofladenkette Rüedu hat am Montag ihre zuletzt rund 20 Filialen definitiv geschlossen. Laut Geschäftsführerin Karin Ingold kam die Sanierung des nie kostendeckenden Unternehmens zu spät: Trotz zugesagter Investitionen fehlte zuletzt rund eine Million Franken. Nach einem starken Wachstum während der Pandemie war Rüedu zeitweise auf 30 Standorte angewachsen und hatte nach Zürich sowie in ländliche Gebiete expandiert. Hohe Kosten für Logistik, Reinigung, Unterhalt und weiterhin gemietete, nicht mehr benötigte Container belasteten den Betrieb. Seit 2024 konzentrierte sich das Unternehmen wieder auf Bern und halbierte die operativen Verluste in zwei Jahren, benötigte für den Turnaround aber weiteres Kapital und Zeit. Rund elf Teilzeitangestellte verlieren ihre Stellen. Viele regionale Lieferanten bleiben auf offenen Rechnungen sitzen; die Mühle Kleeb AG nennt Forderungen von mehreren Tausend Franken. Auch Aktionär*innen schreiben ihre Anlagen ab. Im Konkursverfahren besteht laut Ingold wenig Hoffnung auf Auszahlungen an Gläubiger*innen.