Themen: Wirtschaft/Finanzen, Ungleichheit, Gesundheit
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
In der Schweiz bleiben grosse Jugendproteste gegen hohe Lebenshaltungskosten aus, obwohl auch hier Inflation und steigende Ausgaben spürbar sind. Laut Alexander Rathke von der KOF der ETH Zürich fallen die Belastungen aber deutlich geringer aus als in Deutschland oder Frankreich. Im September lag die Teuerung gegenüber dem Vorjahr bei einem Prozent; fast zwei Drittel entfielen auf Erdölprodukte, der Rest vor allem auf Mieten. Seit 2019 stiegen die Konsumentenpreise in der Schweiz um rund fünf Prozent, gegenüber 30 Prozent in Frankreich und rund 40 Prozent in Deutschland. Die Schweizer Reallöhne legten zwischen 2019 und 2025 laut OECD um durchschnittlich 4,6 Prozent zu. Besonders belastet sind dennoch Haushalte mit geringem Einkommen: Lebensmittelpreise stiegen seit 2019 um sieben Prozent, und Krankenkassenprämien beanspruchen wegen ihrer Einkommensunabhängigkeit einen überproportionalen Budgetanteil. 2025 dämpften Prämien das Wachstum des verfügbaren Einkommens um 0,3 Prozentpunkte.