Themen: Umwelt, Gesellschaft, Kultur
Regionen: International, Europa
Ortona dei Marsi in den italienischen Apenninen hat seinen Ortsteil Aschi am 30. April offiziell zur «Stadt der Wölfe» erklärt. In der Gemeinde mit weniger als 400 Einwohnerinnen und Einwohnern gehören Begegnungen mit Wölfen, Bären und Hirschen zum Alltag. Der Entscheid folgte auf den Fund von 23 toten Wölfen im nahe gelegenen Nationalpark; die Tiere waren vermutlich mit Pestiziden vergiftet worden. Die Ermittlungen richten sich auf umliegende Landwirtschaftsbetriebe. Bürgermeister Giuseppe Buccella bezeichnet die Wölfe als Teil von Identität, Geschichte und Kulturlandschaft der Gemeinde, fordert aber zugleich praktikable Formen des Zusammenlebens. Wölfe töten in Italien jährlich durchschnittlich 8'742 Nutztiere, in Abruzzen 97. EU-Institutionen lockerten im Vorjahr den Schutzstatus, während Umweltorganisationen bessere Herdenschutz- und Entschädigungsmassnahmen verlangen. Ein EU-gestütztes Projekt in Grosseto reduzierte Verluste nach dem Einsatz von Zäunen und Herdenschutzhunden um 50 Prozent.