Themen: Bildung
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Philipp Loretz bringt für die Gruppe Wendepunkt Bildung sieben Forderungen aus Sicht der Lehrerschaft vor. Er kritisiert, dass gesellschaftliche Probleme laufend mit neuen Schulfächern und Programmen beantwortet würden, während kaum Inhalte wegfielen. Überladene Lehrpläne verhinderten Tiefgang und einen systematischen Kompetenzaufbau. Ins Zentrum der Volksschule gehörten Lesen, Schreiben, Rechnen und selbstständiges Denken; besonders die Unterrichtssprache müsse intensiv gefördert werden. Loretz verweist auf Sprach- und Lesedefizite nach der Primarstufe und fordert, den Fächerkanon zu straffen. Verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler seien laut einer Mitgliederbefragung für viele Lehrpersonen ein erheblicher Belastungsfaktor. Die integrative Schule verschärfe diese Lage. Für Basel-Landschaft verweist er auf politische Vorstösse für mehr Praxisbezug in der Primarlehrerausbildung und fordert Unterrichtserfahrung für Fachdidaktik-Dozierende. Bildungsforschung müsse methodisch kritisch geprüft werden; eine Metastudie von 2022 zeige keine pauschalen Vorteile oder Nachteile der Inklusion für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.