Themen: Kultur/Feuilleton, Demokratie
Regionen: Schweiz, Tessin, International, Nordamerika
Das Filmfestival Locarno zeigte mit «Red & Black – Hollywoods Linke und die Schwarze Liste» eine Retrospektive über die Verfolgung politisch missliebiger Filmschaffender in der McCarthy-Ära. Fünfzig restaurierte Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme erinnerten an die Zeit des Antikommunismus, in der der Ausschuss für unamerikanische Umtriebe Kulturschaffende vorlud, auf schwarze Listen setzte und teils zur Emigration zwang. Der Drehbuchautor Carl Foreman wurde während der Produktion von «High Noon» vorgeladen und verliess später das Land. Der Western wird als Sinnbild für die damals verbreitete Feigheit und Denunziation gelesen: Die Stadtbewohner lassen den Sheriff allein, ähnlich wie viele Berufsangehörige ihre bedrohten Kolleginnen und Kollegen im Stich liessen. Kurator Ehsan Khoshbakht begleitet die Reihe mit einem Buch und Podcast. Teile des Programms werden im Herbst in der Cinémathèque suisse, im Zürcher Filmpodium und im Rex in Bern gezeigt.