Themen: Kultur, Geopolitik
Regionen: International, Westasien
Aserbaidschan und die Türkei haben Baklava gemeinsam für die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes nominiert. Der Vorstoss stösst in Nachbarländern auf Widerstand, denn das süsse Blätterteiggebäck ist von den Balkanstaaten über den Nahen Osten bis zum Kaukasus verbreitet und wird vielfach als nationales Erbe beansprucht. Die Türkei verweist auf die Entwicklung der heutigen Form im osmanischen Istanbul, während griechische Historiker byzantinische Ursprünge betonen. Griechische Europaabgeordnete verlangten im Januar 2025 eine Anerkennung der griechischen Herkunft. Bereits frühere UNESCO-Entscheide zu Lavash und Dolma lösten Konflikte zwischen Armenien und Aserbaidschan aus. Fachleute bezeichnen die nationale Aneignung von Speisen als Gastronationalismus. UNESCO-Listen bringen meist weder Geld noch verbindliche Unterstützung, können aber Sichtbarkeit, Prestige und touristische Nachfrage erhöhen. Über den Baklava-Antrag soll die UNESCO im Dezember entscheiden.