Themen: Umwelt, Leben, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Europäische Lebensmittelkennzeichnungen vermitteln laut Fachleuten oft keine verlässliche Aussage über Gesundheits- oder Umweltwirkungen. Der Europäische Rechnungshof warnte 2024 vor verwirrenden und irreführenden Angaben wie «natürlich» ohne Nachweis; EU-weit bestehen mehr als 200 Nachhaltigkeitslabels. Vergleichbare Informationen fehlten für die meisten Produkte, und unterschiedliche Methoden erschwerten etwa den Vergleich von Apfel und Tomate. Frankreich erprobt seit 2021 eine staatliche Anzeige der Umweltkosten. Eine Studie von 2026 unter deutschen Konsumentinnen und Konsumenten zeigt, dass zertifizierte Bewertungen in der Vielzahl nicht zertifizierter Zeichen untergehen. Das EU-gestützte Eco Food Choice Project entwickelt eine Methode zur Berechnung von Umweltscores und untersucht deren Wirkung auf Kaufentscheide. Ein weiteres Projekt unter Leitung von WWF Italien will Bodenqualität, Biodiversität und Risiken durch Mikroplastik stärker berücksichtigen. Neben Konsumentscheidungen seien Behörden, Handel und Finanzsektor gefordert.