Themen: Migration/Asyl, Innen-Politik, Demokratie
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, International, Europa
Die 35-jährige Zürcher Lehrerin Bahar Yalçınkaya ist am 4. August mit ihren zwei Kindern von der Schweiz nach Istanbul ausgeschafft worden. Nach der Landung nahmen türkische Behörden sie fest; zwei Tage später kam sie mit ihrem 15 Monate alten Sohn in das Frauengefängnis Bakırköy. Die fünfjährige Tochter wurde von Mutter und Bruder getrennt und zu Bekannten nach Istanbul gebracht, während der Vater in der Schweiz blieb. Yalçınkayas Rechtsvertreter Şaban Murat Özten erklärt, er habe das Staatssekretariat für Migration vor einem türkischen Haftbefehl und einer unmittelbaren Festnahme gewarnt. Die türkischen Vorwürfe stehen laut Darstellung mit Social-Media-Beiträgen, Sympathien für die pro-kurdische HDP beziehungsweise DEM und Kritik an der Haft von Abdullah Öcalan in Zusammenhang. Das SEM hatte das Asylgesuch der Familie abgelehnt. Özten bezweifelt, dass die Risiken politischer Verfolgung, Haftbedingungen und möglicher Menschenrechtsverletzungen ausreichend geprüft wurden. Das SEM verweist allgemein auf die Prüfung von Kinderrechten und Zumutbarkeit bei Wegweisungen.