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Wie eine Krankheit hunderte Zuger dahinraffte

Zentralplus
Wie eine Krankheit hunderte Zuger dahinraffte

Themen: Gesundheit, Gesellschaft

Regionen: Schweiz, Zentralschweiz

Tuberkulose war um 1900 im Kanton Zug eine schwere Volksseuche: Von 456 Verstorbenen starb jeder Sechste an der Krankheit. Besonders betroffen waren Hausfrauen, Dienstmägde, Fabrikarbeiter, Seidenweberinnen und deren Kinder, die oft unter prekären Lebensbedingungen lebten. Nach der Identifikation des Tuberkelbazillus 1882 setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Krankheit über Tröpfchen und eingetrocknete Sputumpartikel übertragen werden konnte. Verbotstafeln gegen das Spucken und Taschenspucknäpfe sollten Ansteckungen verhindern. Die 1911 gegründete Frauenliga und die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zug trugen die Bekämpfung wesentlich mit. Adelheid Page-Schwerzmann stiftete 1912 das Sanatorium Adelheid in Unterägeri für wenig bemittelte Erkrankte. Frische Luft, Hygiene, reichhaltige Ernährung und Pflege verbesserten den Zustand vieler Patienten. Wirksame Medikamente standen erst nach dem Zweiten Weltkrieg zur Verfügung; 1972 wurde die Heilanstalt in eine Rehabilitationsklinik umgewandelt.

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