Themen: Wirtschaft/Finanzen, Technologie
Regionen: International, Europa, China
Volkswagen hat sich nach einem eskalierenden Konflikt zwischen Vorstand, Betriebsrat, Aufsichtsrat und Grossaktionären auf ein abgeschwächtes Sparpaket verständigt. Statt der zunächst vorgesehenen Schliessung von fünf Werken werden die Standorte vorerst nicht aufgegeben. Auch die geplante Ausgliederung der Kernmarke aus der Holding ist vorläufig vom Tisch. Der Kompromiss sieht dennoch den Abbau von weiteren 50’000 Arbeitsplätzen bis 2030 vor, zusätzlich zu bereits beschlossenen 70’000 Stellenkürzungen. Die Fertigungskapazität in Europa soll um 500’000 Fahrzeuge jährlich sinken; vier Werke stehen weiter unter Beobachtung. VW leidet laut Darstellung unter hohen Kosten, verspäteter Entwicklung günstiger Elektroautos und Marktanteilsverlusten an chinesische Konkurrenz wie BYD. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, Aufsichtsratschef Hans-Dieter Pötsch, Konzernchef Oliver Blume, Betriebsratschefin Daniela Cavallo und IG-Metall-Chefin Christiane Benner wirkten an den Verhandlungen mit. Vertreter der Familien Porsche und Piëch akzeptierten die Lösung offenbar widerwillig. Ende September steht die nächste Aufsichtsratssitzung an.