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«Wir wissen ja nicht, was gilt»

Tachles
«Wir wissen ja nicht, was gilt»

Themen: Kultur, Kultur/Feuilleton

Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur

Im Hotel Storchen in Zürich erinnert eine neue Gedenktafel an die Begegnung der jüdischen Dichter Paul Celan und Nelly Sachs vom 26. Mai 1960. Pfarrer Niklaus Peter und das Direktorium des Hotels luden zur literarischen Veranstaltung, bei der das Gedicht «Zürich, zum Storchen» aus Celans Band «Die Niemandsrose» gelesen wurde. Der Theologe Karl-Josef Kuschel, der die Tafel initiierte, stellte den Austausch der beiden Schreibenden als Gespräch über Gott und die Welt nach der Shoah dar. Sachs war 1940 mit ihrer Mutter nach Schweden geflohen; Celans Eltern waren 1942 in die Ukraine deportiert und ermordet worden. Zwei Tage vor Sachs’ Anreise war die Festnahme Adolf Eichmanns bekannt geworden. Laut Kuschel blieb Gott für Celan nach der Shoah keine gemeinsame Glaubensgewissheit, doch das gegenseitige Nichtwissen eröffnete die Möglichkeit, im Gespräch zu bleiben. Martin Dreyfus erinnerte an Sachs’ Literaturnobelpreis 1966, Celans Preisreden und einen letzten Rosch-Haschana-Brief Celans von 1961. Celan starb 1970 in Paris.

Tachles

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