Themen: Leben, Ungleichheit, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Alle 40 Mietparteien der Häuser Josefstrasse 200, 200a und 202 im Zürcher Kreis 5 müssen ihre Wohnungen bis Ende Juni 2028 verlassen. Die Eigentümerin Bilaya Wohnbau AG begründet die Leerkündigung mit einer Totalsanierung zur langfristigen Werterhaltung und zur Steigerung des Wohnkomforts. Geplant sind Aussenisolation, neue Fenster, Wärmepumpe, Solaranlagen, Küchen und grössere Balkone. Die Zahl der Wohnungen soll unverändert bleiben. Die Verwaltung H&B Real Estate erklärt, ein Verbleib während der tiefgreifenden Arbeiten sei nicht möglich; eine Aufstockung sei nicht finanzierbar. Wie hoch die Mieten danach ausfallen, sei noch offen. Langjährige Bewohnerinnen und Bewohner bezweifeln die Notwendigkeit der Sanierung und fürchten, keine vergleichbare Wohnung mehr zu finden. Nikola Sprung, die seit über 20 Jahren dort lebt, versucht mit dem Mieterinnen- und Mieterverband eine Erstreckung der Kündigung zu erreichen und sieht eine zunehmende Verdrängung einkommensschwächerer Menschen aus dem Quartier.