Themen: Leben, CH-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die Wohnungsdebatte wird von gegensätzlichen Rezepten geprägt: Bürgerliche Parteien machen Überregulierung für fehlende Neubauten verantwortlich, linke Kräfte fordern mehr staatlichen Boden- und Hausbesitz sowie Eingriffe gegen Spekulation. Die Baugesetzgebung liege jedoch wesentlich bei den Kantonen, in denen bürgerliche Mehrheiten seit langem dominieren. Der Kanton Zug will mit besonderen «weissen» Bauzonen neue Spielräume schaffen. Bauvorschriften seien aber nicht bloss Hindernisse, sondern folgten oft Katastrophen, gesellschaftlichen Veränderungen oder technischem Wissen. Genannt werden Regeln zu Brandschutz, Energieverbrauch, Schattenwurf, Hygiene, Tageslicht, Erdbebensicherheit, Materialtoxizität, Begrünung und Barrierefreiheit. Bei Hitze werde zudem der Ruf nach Kühlung lauter, was neue Vorschriften nach sich ziehen könnte. Bodenreformen zugunsten staatlichen oder genossenschaftlichen Eigentums sowie Enteignungen gelten als mögliche, politisch aber kaum mehrheitsfähige Ansätze. Gefordert wird eine konkretere und ernsthaftere Auseinandersetzung mit der Krise.