Themen: Gesundheit, Gesellschaft, Migration/Asyl
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Die Zürcher Anlaufstelle gegen weibliche Genitalbeschneidung FGMhelp verzeichnete im vergangenen Jahr 89 Kontaktaufnahmen von Frauen und Mädchen, durchschnittlich eine alle vier Tage. Auch Angehörige und Fachpersonen wandten sich an die seit Februar 2024 bestehende Fachstelle. Im Zentrum der Beratungen stehen gesundheitliche Fragen sowie körperliche und psychische Folgen einer Beschneidung. Viele Betroffene berichten von körperlichen Beschwerden; bei Bedarf vermittelt FGMhelp sie an spezialisierte Gynäkologinnen oder Physiotherapeutinnen. Die Stelle schult zudem Fachkräfte aus Medizin, Asyl und Migration, um das Thema zu enttabuisieren, Mädchen vor der illegalen Praxis zu schützen und Angehörige aufzuklären. Weibliche Genitalverstümmelung ist in der Schweiz seit 2012 strafbar. Betrieben wird FGMhelp durch den stadtärztlichen Dienst im Ambulatorium Kanonengasse. Schweizweit gelten mehr als 20’000 Frauen und Mädchen als betroffen oder bedroht, rund 2900 davon leben im Kanton Zürich. Viele Betroffene stammen aus Afrika, dem Nahen Osten und Asien.