Themen: Technologie, Klima&Energie, Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Aargau/Solothurn, Zürich/Winterthur
Forschende des ZHAW-Instituts für Chemie & Biotechnologie in Wädenswil haben mit Partnern aus Österreich eine Bioraffinerie für flüssige organische Industrieabfälle entwickelt. Das Projekt VARESI wurde mit entwässerten Papierschlämmen erprobt und verarbeitet die Reststoffe in drei Schritten: Vergärung erzeugt Methan, die Gärreste werden mittels hydrothermaler Karbonisierung zu Biokohle, und aus kohlenstoffreichem Prozesswasser wird nochmals Methan gewonnen. Nicht mikrobiologisch verwertbarer Kohlenstoff wird gefiltert und karbonisiert; gereinigtes Wasser kann industriell genutzt werden. Für die Papierfabrik TELA in Niederbipp errechnete das Team aus jährlich über 20'000 Tonnen Trockensubstanz rund 34'000 Megawattstunden thermische Energie. Das wären 12'600 Megawattstunden mehr als bei Entwässerung und Verbrennung, entsprechend 7 Prozent des Energiebedarfs von 2023. Erdgasersatz könnte die jährlichen CO2-Emissionen um rund 13 Prozent senken.