Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, International, Südostasien
Die Zürcher Kantonalbank steht wegen ihrer mutmasslichen Beziehung zum Singapurer Rohstoffhandelsunternehmen Radiant World unter Druck. Verschiedene Medien berichten über eine ausstehende ungesicherte Kreditlinie von rund 100 Millionen Dollar. Gegen Radiant World, das mit Eisenerz und Stahl handelt, wurden laut Bloomberg im Juli Vorwürfe der Urkundenfälschung bekannt. Das Unternehmen weist die Anschuldigungen als unzutreffend und unbelegt zurück und erklärt, alle Sorgfaltspflichten gegenüber Kreditgebern einzuhalten. Unklar bleibt, wie die ZKB die Geschäftsbeziehung aufgebaut hat. Die Bank unterhält Vertretungen unter anderem in Singapur, Peking, Mumbai und São Paulo. Ihr Auslandsgeschäft, frühere Aktivitäten in Österreich sowie das geplante Dubai-Offshore-Geschäft werden damit erneut thematisiert. Zusätzlich belastet ein jüngerer, stundenlanger Ausfall des E-Bankings die Bank. Gefordert werden Informationen zu Kreditrisiken, Reputationsfragen und ESG-Aspekten von Engagements im Rohstoff- und Stahlhandel. Finma und die kantonsrätliche Aufsichtskommission könnten sich mit dem Fall befassen. Wegen der Staatsgarantie sind auch Kanton, Gemeinden und Bevölkerung betroffen.