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Zürcher Theaterspektakel: Rechter Ted-talk

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Zürcher Theaterspektakel: Rechter Ted-talk

Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft

Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur

Die Aufführung «Violenza 2025» in der Halle Nord des Zürcher Theaterspektakels lässt zunächst offen, ob sie bereits begonnen hat. Ein unsicher wirkender Mann sucht Nähe zum Publikum, bevor er und vier weitere Darsteller sich als rechte Männer vorstellen. Die Inszenierung zwingt das Publikum in die Rolle möglicher Sympathisant:innen eines rechten Ted-Talks. Sie zeigt, wie rechte Rhetorik diffuse Erschöpfung, Antielitenreflexe, Zugehörigkeitsbedürfnisse und Themen wie Care-Arbeit oder nicht umgesetzte Volksinitiativen für sich nutzen kann. Reaktionen aus dem Saal – Buhen, Pfiffe und antifaschistische Rufe – erscheinen dabei als einkalkulierter Teil der Performance. Kritisch beurteilt wird eine spätere Szene mit fast nackten, posierenden Männern und Gewaltchoreografie: Sie setze Manosphere zu einfach mit Rechtsradikalismus gleich und blende sowohl Misogynie als auch die Rolle von Frauen in rechten Räumen aus. Ein Zitat aus einem antifaschistischen Text Ernst Tollers wird am Ende zerrissen; die Aufführung verweigert die versprochene Katharsis.

www.woz.ch

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