Themen: Kultur, Krieg&Frieden, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, International, Südamerika
Diana Rojas-Feile zeigt mit «Corazón Rudo» am Zürcher Theaterspektakel eine Installation über Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in Kolumbien von bewaffneten Gruppen zwangsrekrutiert wurden. Sie vermeidet den Begriff Kindersoldat:innen, weil er eine freiwillige oder rein militärische Beteiligung nahelegen kann. Die Betroffenen wurden auch für andere Aufgaben eingesetzt und erlebten teils sexualisierte, reproduktive und geschlechtsspezifische Gewalt. Eine Wahrheitskommission bezifferte die Zahl zwangsrekrutierter Minderjähriger im über sechzigjährigen Konflikt 2025 auf mehr als 18'000, bei hoher Dunkelziffer. Rojas-Feile arbeitete mit 25 Exkombattant:innen zwischen dreizehn und siebzig Jahren; neun wurden Teil des Projekts. Anwältin, Psychologin und Forschungsassistenz begleiteten die Workshops. Stimmen erscheinen unverfremdet, während Namen, Orte und Gesichter zum Schutz anonymisiert bleiben. Viele Betroffene führen laut Rojas-Feile ein Doppelleben und erleben Stigma und Scham. Das Stück fragt nicht nach Täter- oder Opferstatus, sondern nach Menschlichkeit, Würde und Resilienz. Die Künstlerin verweist zudem auf Verbindungen zwischen Zürcher Kokainkonsum und der Drogenökonomie, in der Minderjährige rekrutiert werden.