Themen: Kultur, Gesellschaft, Ungleichheit
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Hannan Salamat kritisiert Zürcher Förderstrukturen, die interdisziplinäre Kunst und Perspektiven von Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, Religionen und Lebensweisen zu wenig erfassen. Bei der szenischen Lesung «heimat/home 2.0» des Kollektivs «zwischentext» und des Zürcher Instituts für interreligiösen Dialog werden die finanziellen Bedingungen selbst Teil der Aufführung: Für Personalkosten sind 36'000 Franken budgetiert, bezahlt werden können jedoch nur 8000 Franken. Salamat beanstandet, dass solche Projekte häufig auf Integrationsförderung verwiesen würden, obwohl die beteiligten Menschen Zürich und die Schweizer Kultur längst mitgestalten. Fördergesuche müssten zudem oft starren Kategorien wie Theater, Literatur oder Musik entsprechen. Das ZIID habe sein Programm in den letzten sieben Jahren um Literatur, Performance, Ausstellungen und persönliche Erzählungen erweitert. Salamat fordert faire Honorare, Zeit, Räume und Mitsprache bei Förderentscheiden, damit eine plurale Stadt ihre vielfältigen kulturellen Erfahrungen dauerhaft abbilden kann.