Themen: Kultur/Feuilleton, Partei-Politik, Innen-Politik
Regionen: International, Europa
Gegen den Kabarettisten Uwe Steimle laufen nach seinem Auftritt bei einer AfD-Veranstaltung am 14. Juli 2026 in Dessau-Rosslau Ermittlungen wegen des Verdachts einer Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Anlass sind unter anderem Bemerkungen über Friedrich Merz und Angela Merkel. Steimle wies den Vorwurf zurück und berief sich auf den satirischen Charakter seiner Äusserungen; eine Anklage oder gerichtliche Feststellung lag gemäss dargestelltetem Stand noch nicht vor. Der Essay trennt die strafrechtliche Frage von der erinnerungspolitischen Debatte über das gemeinsame Singen von «Auferstanden aus Ruinen» und danach des Deutschlandlieds. Er deutet die DDR-Hymne als historisch vielschichtiges kulturelles Erinnerungsstück und warnt davor, Wortspiele und historische Überzeichnungen des Kabaretts ausschliesslich als unmittelbare Gewaltabsichten zu lesen. Kritische Reaktionen auf die Instrumentalisierung der Hymne und auf Steimles Stauffenberg-Anspielung werden ebenfalls aufgeführt.