Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Romandie
In Vernier im Kanton Genf ziehen die Behörden vier Monate nach der Eröffnung des Zentrums für unbegleitete minderjährige Asylsuchende eine positive erste Bilanz. Das Zentrum wurde letzte Woche offiziell eingeweiht. Christophe Girod, Direktor des für die Betreuung zuständigen Hospice général, bezeichnete den Betrieb als besonders gelungen. Sozialminister Thierry Apothéloz lobte die angepasste, sichere Unterbringung. Die seit 2017 geplante Einrichtung in einem Villenquartier nahe einer Primarschule war zuvor auf heftigen Widerstand gestossen. Ein Quartierverein und mehrere Anwohnende hatten sie bis vor Bundesgericht angefochten. Sie befürchteten Unsicherheit wie im inzwischen geschlossenen Foyer de l’Etoile, wo Geflüchtete weitgehend sich selbst überlassen waren und ein 18-jähriger Afghane sich das Leben genommen hatte. Das Bundesgericht wies die Beschwerde 2022 ab und verwies auf das überwiegende öffentliche Interesse. Laut dem zuständigen Einheitsleiter Serge Rinsoz planen inzwischen Menschen aus dem Quartier, sich freiwillig zu engagieren.