Themen: Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Aargau/Solothurn
Ein ehemaliger Aargauer SVP-Kantonsrat ist laut Anklage beschuldigt, eine damals 15-Jährige und eine weitere Person mit Substanzen betäubt, massiv missbraucht und die Taten gefilmt zu haben. Die Ermittler beantragen eine lebenslange Strafe. Wegen der mutmasslich eingesetzten Stoffe, die bereits bei geringer Fehldosierung tödlich sein könnten, lautet der Vorwurf neben sexuellen Handlungen mit Kindern auch auf versuchten Mord. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der heute 57-Jährige befindet sich seit drei Jahren in Untersuchungshaft und schied nach seiner Verhaftung 2023 aus dem Aargauer Grossrat aus. Seine Verteidigung wirft den Anklagebehörden Fehler vor. Der Mann hatte 2007 in Untersiggenthal die Globulicare GmbH für Naturheilpraxis und Homöopathie gegründet; die Firma ging 2025 konkurs und wurde im Februar gelöscht. Ob das Unternehmen mit der mutmasslichen Beschaffung der Betäubungsmittel zusammenhing, ist offen. Den Behörden wird zudem vorgeworfen, Meldungen ausländischer Opfer zunächst nicht ernst genommen zu haben.