Themen: Krieg&Frieden, CH-Politik, Geopolitik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Westasien
Amnesty International Schweiz verlangt eine öffentliche Stellungnahme des EDA und mögliche Ermittlungen zu Misshandlungsvorwürfen zweier Schweizer Staatsangehöriger. Diese waren im Mai als Teil der Global Sumud Flotilla in internationalen Gewässern von israelischen Streitkräften abgefangen, nach Israel gebracht und festgehalten worden. Ein 28-jähriger Mann aus dem Kanton Waadt berichtete von Schlägen, Tasereinsätzen und einem Tritt in den Hals. Eine weitere Schweizer Teilnehmerin schilderte Schlafentzug, enge Handschellen, Schüsse auf Gefangene und Tritte bei ihrer Ausschaffung. Laut der Flotilla benötigten 67 von 428 Festgehaltenen stationäre medizinische Behandlung; allen sei anwaltlicher Beistand verweigert worden. Amnesty bezeichnet die Berichte als erschütternd und fordert eine Prüfung von Strafverfolgung über universelle Gerichtsbarkeit sowie zivilrechtliche Ansprüche. Der Bundesrat solle zudem gegen massive Menschenrechtsverletzungen vorgehen, Dual-Use-Exporte verbieten und Kosten konsularischer Interventionen nicht den Aktivistinnen und Aktivisten, sondern gegebenenfalls Israel anlasten.