Themen: Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Der Tod des 23-jährigen Rechtsextremisten Quentin Deranque nach einer Schlägerei mit mutmasslichen Antifaschist:innen hat in Lyon die Debatte über politische Gewalt verschärft. Deranque starb im Februar an einem Schädel-Hirn-Trauma; gegen neun Personen, darunter Mitglieder oder Personen aus dem Umfeld der antifaschistischen Jeune Garde, wurden Verfahren eröffnet. Gewerkschafter und Antifaschist:innen fürchten seitdem rechtsextreme Vergeltung und eine Diskreditierung ihres Engagements. Zugleich verweisen sie auf eine lange Geschichte rechtsextremer Gewalt in der Stadt. Eine Recherche zählte zwischen 2010 und 2025 insgesamt 102 entsprechende Taten, von denen siebzig Prozent ungestraft geblieben seien. Rechtsextreme Gruppen hatten sich besonders in der Altstadt mit Lokalen und Angriffen auf Passant:innen etabliert. Zivilgesellschaftliche Bündnisse und die Stadtregierung erreichten später Schliessungen solcher Treffpunkte. Der Bericht thematisiert auch die Gewaltfrage: Angehörige antifaschistischer Gruppen räumen ein, dass selbst gesetzte Grenzen bei Auseinandersetzungen teils überschritten wurden.