Themen: CH-Politik, Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Bundesrat, Behörden und bürgerliche Parteien stehen in der Kritik, mit Massnahmen zum Inlandschutz Konsumenten zu bevormunden und Märkte abzuschotten. Genannt werden mögliche Kontingente für Weinimporte, neue Vorgaben für ausländische Onlineshops sowie die bereits gesenkte Grenze für zollfreie Einkäufe. Finanzministerin Karin Keller-Sutter wird als politische Verantwortungsträgerin angeführt. Hinter den Regulierungen sieht die Kritik vor allem Interessen grosser Detailhändler und Wirtschaftsverbände, die sich gegen günstige ausländische Onlinekonkurrenz absichern wollten. Als Beispiel dient Galaxus, das laut einem zitierten Bericht Messer von Temu deutlich teurer weiterverkaufe. Lokale Grenzbetriebe und kleine Onlineshops würden dabei als Argumente eingesetzt. Eine HSG-Studie komme zum Schluss, dass die tiefere Freigrenze den Einkaufstourismus nicht eindämme: Drei von vier Schweizerinnen und Schweizern kauften weiterhin mindestens einmal jährlich im Ausland ein, führten dafür aber häufiger über die Grenze und gäben mehr aus. Steigende Mieten und Krankenkassenprämien verstärkten den Druck auf Haushaltsbudgets.