Themen: Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik, Technologie
Regionen: Schweiz, Tessin, International, Nordamerika
Riccardo Braglia, CEO des Pharmaunternehmens Helsinn, beschreibt ein Geschäftsumfeld, in dem geopolitische Umbrüche, Handelszölle, Währungsschwankungen und Cyberrisiken immer rascher auftreten. Die Entwicklung neuer Medikamente bleibe trotz statistischer Modelle, Labordaten und Vergleichen mit bestehenden Präparaten ein langwieriges, teures und nicht versicherbares Risiko. Helsinn habe mit der Übernahme eines von Roche nicht weiterverfolgten Medikaments gegen therapiebedingte Übelkeit und Erbrechen einen solchen Wagnisfall erfolgreich genutzt. Braglia kritisiert zudem, dass Preisfestsetzungen durch Behörden und Krankenkassen Entwicklungsaufwand und Risiken zu wenig berücksichtigten. Besonders überrascht habe ihn die aggressive amerikanische Handelspolitik unter Trump: Eine Rückverlagerung der Produktion in die USA lasse sich in der Pharmaindustrie wegen Bewilligungen, Spezialanlagen und Qualitätskontrollen nicht kurzfristig umsetzen. Chancen sieht er in einem stärker integrierten Europa sowie in wissenschaftlich aufstrebenden Märkten im Nahen Osten und China. Partnerschaften und Patentschutz sollen die finanzielle und industrielle Risikobelastung verteilen.