Themen: CH-Politik, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Untersuchungsbericht der Zürcher Kanzlei Niederer Kraft Frey wirft Ruag MRO gravierende Mängel im Umgang mit Rüstungsgeschäften vor. Die Untersuchung umfasste mehr als 20 Jahre Tätigkeit des bundeseigenen Unternehmens und wurde nach Vorwürfen um 96 Leopard-1-Panzer aus Italien ausgelöst. Laut Bericht wurden Hinweise auf mutmasslich zu tief verkaufte Ersatzteile intern an einen selbst betroffenen Mitarbeiter weitergeleitet. Ein Kader soll Teile im Wert von 48,8 Millionen Euro für drei Millionen Euro an eine ihm nahestehende Firma verkauft haben; zudem erhielt diese Firma 17 Leopard-2-Rohre kostenlos. Ruag hat Strafanzeigen eingereicht und fordert von zehn Personen rund 51 Millionen Euro, wobei die Unschuldsvermutung gilt. Blick-Chefredaktor Rolf Cavalli beanstandet insbesondere, dass vorerst keine Verantwortlichkeitsklagen gegen ehemalige Verwaltungsräte und Konzernleitungsmitglieder vorgesehen sind. Verteidigungsminister Martin Pfister setzte eine Arbeitsgruppe ein, die auch die Rolle des Bundes als Eigentümer klären soll.