Themen: Wissenschaft, Gesundheit
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Eine Studie mit Mäusen untersucht einen möglichen direkten Weg zwischen Darm und Gehirn. Nach einer speziellen fettreichen Diät veränderte sich das Darmmikrobiom der Tiere, ihre Darmbarriere wurde durchlässiger. Forschende fanden daraufhin lebende Darmbakterien im Verlauf des Vagusnervs und später im Gehirn, während im Blut praktisch keine Bakterien nachweisbar waren. Als sie bei einem Teil der Mäuse den rechten Vagusnerv durchtrennten, sank die Bakterienmenge im Gehirn deutlich. Die Tiere entwickelten weder eine klassische Hirninfektion noch Auffälligkeiten im Hirnwasser oder an den Hirnhäuten. Denkbar ist daher eine geringe, stille Besiedelung, die lokale Immunreaktionen oder chronische Entzündungen beeinflussen könnte. Bezüge zu Alzheimer, Parkinson und Autismus bleiben Hypothesen und belegen keine Ursache. Nach der Rückkehr zu normaler Ernährung verschwanden die Bakterien wieder aus dem Gehirn. Ob der Mechanismus beim Menschen vorkommt, ist unbekannt.