Themen: CH-Politik, Demokratie
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Die Ernährungsinitiative wurde in den Gemeinden des Frutiglandes mit 70 bis 80 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt und damit klarer als im bernischen Durchschnitt von 60 Prozent. Marc Bühlmann, Direktor von Année Politique Suisse an der Universität Bern, erklärt dies mit der ländlichen Prägung und der starken Landwirtschaft der Region. Das Begehren sei von keiner Partei unterstützt worden und habe vor allem ökologisch denkende, vermutlich urbane Kreise angesprochen; Landwirtschaftskreise hätten es bekämpft. Ohne Rückhalt von Parteien oder Verbänden brauche eine Initiative entweder aussergewöhnlich hohe Sympathien oder ein als sehr dringend empfundenes Thema. Beides sei nicht gelungen, während Gegner die Debatte mit dem Schlagwort «Veganzwang» prägten. Angenommen wurde die Vorlage lediglich in Schelten BE sowie Verzasca und Campo TI. Bühlmann hält Zählfehler für möglich; insbesondere Campo stimmte mit nur 31 Stimmen knapp mit 16 zu 15 zu.