Themen: Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, International Unbestimmt
Steigende Inflation, höhere Zinsen und die grossen Staatsschulden fortgeschrittener Volkswirtschaften verschärfen den Konflikt der Zentralbanken. Nach der Finanzkrise kauften sie mit quantitativer Lockerung Staatsanleihen und hielten die Zinsen tief. Das habe Regierungen die Verschuldung erleichtert: Die Schulden der G7-Staaten seien seit 2008 laut Institute of International Finance auf über 60 Billionen Dollar gestiegen, jene der USA auf über 40 Billionen. Nun reduzieren Zentralbanken ihre Anleihebestände, während höhere Renditen die Finanzierung der Staaten verteuern. Setzen sie diesen Kurs fort, kann die Schuldenlast steigen; kaufen sie erneut Anleihen, drohen sie Inflation und Zweifel an ihrem Auftrag zur Preisstabilität zu verstärken. Michael Woodfords Arbeiten unterstreichen laut dem Leitartikel die Bedeutung glaubwürdiger geldpolitischer Zusagen und die Grenzen der Geldpolitik bei nicht tragfähigen Staatsfinanzen. Der IWF verlangt dringend solidere öffentliche Haushalte. Die Schweizer Schuldenbremse habe die Verschuldung niedrig gehalten, doch auch die Schweiz bleibe als kleine, offene Volkswirtschaft globalen Spannungen ausgesetzt.