Themen: Gesellschaft, Demokratie
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH, Zürich/Winterthur
Eine unbewilligte Demonstration zog in der Halloweennacht durch Basel, errichtete zum Schluss brennende Strassenblockaden und liess ihre konkreten Forderungen weitgehend offen. In Zürich wurden am selben Wochenende laut SRF Einsatzkräfte mit Pyros und Flaschen angegriffen sowie Autos in Brand gesetzt. Die Ausschreitungen werfen die Frage auf, ob sich darin breiter Frust junger Menschen oder vor allem Krawall ausdrückt. Linke Jungpolitiker nennen steigende Mieten, Gesundheitskosten, Teuerung, Reallohnverluste, Sparpolitik, Klimawandel und internationale Kriege als Ursachen von Zukunftsängsten. Sie beklagen zudem, dass Gewalt die Debatte über psychische Gesundheit, soziale Sicherheit und Perspektiven verdränge. Bürgerliche Vertreter anerkennen Sorgen etwa zur AHV, zu Wohnkosten und Konflikten, sehen aber die Schweiz wegen Wohlstand, Berufsbildung und direkter Demokratie anders aufgestellt als Frankreich oder Deutschland. Sie betonen, politische Veränderungen müssten friedlich, über Bewilligungen, Abstimmungen, Referenden, Parlament und Kompromisse erfolgen. Für den 20. November ist eine bewilligungspflichtige Demonstration in Zürich, Bern und Basel angekündigt.