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Der leere Platz am Tisch

Journal B
Der leere Platz am Tisch

Themen: Migration/Asyl, Innen-Politik

Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg

Farah kam als Minderjähriger aus Somalia in die Schweiz und lebte später in einer Berner Wohngemeinschaft. Nach einer Straftat wurde er zu einer Haftstrafe und einem Landesverweis verurteilt; seine vorläufige Aufnahme wurde aufgehoben. Weil er trotz Landesverweis in der Schweiz blieb, erhielt er eine weitere Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Sein Anwalt Silas Kuratle argumentiert, Farah könne nicht ausreisen, da Somalia ihn nicht als Staatsbürger anerkenne. Das Gericht hielt ihm vor, sich nicht bei der Botschaft gemeldet zu haben. Vor seiner Entlassung beantragte der Migrationsdienst Ausschaffungshaft. Das Zwangsmassnahmengericht bewilligte vier Monate, eine Beschwerde blieb erfolglos. Kuratle kritisiert, dass die Papierbeschaffung seit 2022 ergebnislos geblieben sei und die Behörden eine Rückführung zuvor selbst für unmöglich gehalten hätten. Nach einem Hearing mit einer somalischen Delegation stehen Anerkennung und Papiere weiter aus. Farahs WG finanziert sein Zimmer und hält Kontakt. Er selbst betrachtet Bern als sein Zuhause und fürchtet eine Rückkehr ins Kriegsgebiet.

journal-b.ch

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