Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg, International, Afrika
Das Bernische Historische Museum überträgt 286 Kulturgüter aus seiner Sammlung an das Stadtmuseum Usakos in Namibia. Es handelt sich um das bislang grösste Restitutionsprojekt des Hauses. Die Objekte, darunter Pfeifen, Körbe und Holzschüsseln, wurden Anfang des 20. Jahrhunderts vom Schweizer Ehepaar Solioz gesammelt und 1928 für 5000 Franken an das Museum verkauft. Die Sammlung entstand während der deutschen Kolonialherrschaft, die nach dem Widerstand der Herero und Nama 1904 einen Vernichtungsfeldzug führte. Victor Solioz arbeitete als Chefingenieur am Eisenbahnbau; nach dem Genozid wurden dafür auch Zwangsarbeiter eingesetzt. Wie einzelne Gegenstände angeeignet wurden, ist vielfach ungeklärt. Seit 2021 arbeitete das Museum mit dem Usakos Museum und der Museum Association of Namibia zusammen. Die Ausstellung «Usakos. Heimreise nach Namibia – Zukunft eines kolonialen Erbes» dokumentiert den Prozess. Nach ihrem Ende sollen die Objekte nach Usakos verschifft werden.