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Der See hat eine Bahnschiene ausgespuckt

PS Zeitung
Der See hat eine Bahnschiene ausgespuckt

Themen: Technologie, Klima&Energie

Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur

Der aussergewöhnlich tiefe Wasserstand des Zürichsees hat am Horgner Ufer zwei Stümpfe eines Schienenstücks freigelegt. Das Relikt stammt vom Uferabrutsch des 22. September 1875, bei dem rund 250 Meter Gleise und 6570 Quadratmeter Ufergelände in den See rutschten. Das Ereignis ereignete sich nur wenige Tage nach der Einweihung beziehungsweise Inbetriebnahme der linksufrigen Zürichseelinie der Schweizerischen Nordostbahn. Bereits am Morgen wurden beim damaligen Bahnhof grosse Risse und Absenkungen an Gleisen, Güterschuppen und Stationsgebäude festgestellt. Danach stürzten Ufermauer und Bahntrassee ins Wasser; während zweier weiterer Tage folgten zusätzliche Erdmassen. Der Bahnhof stand im See und wurde zusammen mit dem Güterschuppen abgebrochen, die Bahnlinie weiter landeinwärts verlegt. Verletzt wurde niemand. Zwischen Horgen und Wädenswil mussten Zugpassagiere bis Ende Januar 1876 auf Dampfschiffe umsteigen. Ein neues Stationsgebäude entstand erst 1888 im Dorfzentrum.

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