Themen: Innen-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Vor dem Luzerner Kantonsgericht wird ein mutmasslicher Anlagebetrug verhandelt, bei dem 132 Anleger rund 4,5 Millionen Franken verloren. Im Zentrum stehen ein 46-jähriger Treuhänder und ein 70-jähriger Ingenieur, dessen 3D-Drucker für Knochenimplantate als nahezu marktreif beworben wurde, obwohl lediglich eine Holzattrappe existierte. Ein serbischer Geschäftsmann organisierte den Aktienverkauf über ein Callcenter in Belgrad. Innerhalb von fünf Monaten flossen die Anlegergelder auf Konten des Luzerner Treuhänders, der sie laut erstinstanzlichem Gericht rasch an Gesellschaften in Budapest, Serbien, Bosnien und Slowenien weiterleitete; diese galten als Briefkastenfirmen. Der Treuhänder erhielt erstinstanzlich fünf Jahre Freiheitsstrafe wegen gewerbsmässigen Betrugs und qualifizierter Geldwäscherei. Der Ingenieur wurde vom Betrugsvorwurf freigesprochen und wegen eines gefälschten Generalversammlungsprotokolls bedingt bestraft. Die Staatsanwaltschaft fordert nun 7,5 Jahre für den Treuhänder und sechs Jahre für den Ingenieur. Das Urteil folgt schriftlich.