Themen: Gesundheit, Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Interpharma warnt, die US-Politik zur Senkung von Medikamentenpreisen gefährde den Zugang zu neuen Therapien in der Schweiz. Die USA wollen die Schweiz als Referenzland für Preisvergleiche nutzen. Weil Schweizer Preise vergleichsweise tief sind, würden diese bei einem Einbezug auch die US-Preise und damit internationale Umsätze der Hersteller beeinflussen. Laut Darstellung verzichten Firmen deshalb vermehrt darauf, neue Medikamente beim Bundesamt für Gesundheit für die Vergütung durch die Krankenkassen einzureichen. Ohne Aufnahme in die Spezialitätenliste entsteht kein offizieller Schweizer Preis; Versicherer zahlen dann häufig internationale, oft US-amerikanische Preise. Der Zugang zu Therapien für schwere oder lebensbedrohliche Erkrankungen bleibe jedoch über Einzelfallgesuche grundsätzlich gewährleistet, sofern medizinische Indikation und wissenschaftliche Begründung vorliegen. Solche Gesuche würden besonders in der Onkologie und bei seltenen Krankheiten in der Regel bewilligt. Umstritten ist zudem eine KVV-Revision mit Rabatten von 15 bis 40 Prozent für Medikamente mit sehr hohen Umsätzen, die eine Nationalratskommission zurückwies.