Themen: Iran Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Westasien, Nordamerika
Scott Ritter bewertet den von ihm behaupteten Überraschungsangriff der USA und Israels auf Iran vom 28. Februar als völkerrechtswidrigen Krieg, der seine Ziele verfehlt habe. Weder sei das iranische System zusammengebrochen noch seien das Atom- und Raketenprogramm, die Kontrolle über die Strasse von Hormus oder Irans Beziehungen zur Hizbullah und zu Ansarullah beendet worden. Die Tötung des Obersten Führers Ali Khamenei habe nach Ritters Darstellung vielmehr den Zusammenhalt der Bevölkerung verstärkt. Als Ursache nennt er die Unkenntnis westlicher Strategen über die Bedeutung des schiitischen Märtyrertums. Die Tötung Husains und seiner Anhänger bei Kerbela im Jahr 680 bilde zusammen mit dem Schicksal ihrer Familien einen zentralen Bezugspunkt des Zwölfer-Schiismus. Ritter verbindet diese Deutung mit einer Selbstkritik an den USA und plädiert für Respekt, Lernen und ein Ende von Feindbildern. 2027 will er am Arbaeen-Marsch von Nadschaf nach Kerbela teilnehmen.