Themen: Bildung, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Visenti, der umbenannte Verband Schulführung Schweiz, setzt sich unter dem Motto «Fördern statt filtern» für eine spätere schulische Selektion ein. Der Autor bestreitet, dass integrativer Unterricht bis zum Alter von 15 Jahren soziale Gerechtigkeit herstellt. Individuelle Förderung führe zwangsläufig ebenfalls zu unterschiedlichen Anforderungen und damit zu Selektion. Zudem verweist er auf Bildungswege wie Berufsmaturität, Passerelle, Fachhochschulen und höhere Fachschulen, die Spätentwicklungen auffangen könnten. Die obligatorische Schule müsse vor allem Grundkompetenzen und Fachwissen vermitteln; therapeutische oder psychologische Umformungsaufgaben gehörten nach dieser Auffassung nicht zu ihrem Auftrag. Kritisiert wird ferner eine Entwicklung, in der Schulleitungen mehr Kompetenzen bei Anstellung, Sanktionen, Weiterbildung und Unterricht erhielten, während Laienbehörden und Lehrpersonen an Einfluss verlören. Die Umbenennung von Schulleitung zu Schulführung deute der Autor als Anspruch auf eine firmenähnliche Führung der Schule. Er fordert Gestaltungsfreiheit für Lehrpersonen und demokratische Kontrolle des Bildungsauftrags.