Themen: CH-Politik, Leben, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Der Kanton Zug plant «Weisse Zonen» als ausserordentliches Instrument gegen Wohnungsnot, steigende Mieten und die Verdrängung ansässiger Bevölkerung. In diesen Gebieten sollen Ausnützungs- und Abstandsvorgaben sowie die Grundordnung weitgehend entfallen; selbst 100-Meter-Hochhäuser könnten ohne Bebauungsplan in Regelbauweise entstehen. Nach einer bestimmten Zahl gebauter Wohnungen würde die Zone wieder aufgehoben. Der Regierungsrat will das Modell im Richtplan sowie im Planungs- und Baugesetz verankern. Gemeinden sollen über Lage, Grösse, Dauer und Wohnungszahl entscheiden. Der Kanton schätzt ein theoretisches Potenzial von 60’000 zusätzlichen Wohnungen, was einer Verdoppelung des heutigen Bestands entspräche. Vorgesehen sind 40 Prozent preisgünstige Wohnungen und eine bevorzugte Vergabe an Personen mit mindestens zehnjährigem Wohnsitz im Kanton. Kritikerinnen und Kritiker befürchten jedoch Qualitätsverluste, unkontrollierte Entwicklung, höhere Landpreise und rechtliche Probleme. Die Vernehmlassung läuft; ein Abschluss der Gesetzesberatung ist für 2028 vorgesehen, erste Zonen wären frühestens ab 2030 oder 2031 möglich.