Themen: Krieg&Frieden, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Russland/Eurasien
Dirk Pohlmann thematisiert in einem Vortrag die nationalsozialistische Vernichtungspolitik in Belarus zwischen 1941 und 1944. Er verweist auf einen aktuellen Zählstand, wonach 33 Prozent der belarussischen Bevölkerung getötet worden seien, und kontrastiert dies mit geringer Bekanntheit des Themas in Deutschland. Als Beispiele nennt er Massengräber, die Vernichtung von Dörfern und die Gedenkstätte Chatyn bei Minsk. Laut Pohlmann wurden mindestens 290 Ortschaften mitsamt ihren Bewohnern zerstört und nicht wieder aufgebaut; insgesamt seien 12’868 Dörfer vollständig oder teilweise zerstört worden. Er ordnet die Verbrechen in den Vernichtungskrieg im Osten ein und erläutert den Hungerplan Herbert Backes sowie den Generalplan Ost als Planungen, die Massenhunger, Vertreibung, Versklavung und Tötung einkalkulierten. Der Beitrag kritisiert zudem die Nachkriegskarriere des Planers Konrad Meyer und verbindet die historische Erinnerung mit einem Appell gegen Feindschaft, Hass und selektive Wahrnehmung von NS-Verbrechen.