Themen: Innen-Politik
Regionen: International, Europa
Anteo Zamboni verübte am 2. November 1926 in Bologna ein Attentat auf Benito Mussolini. Als der Regierungschef nach der Eröffnung eines Wissenschaftskongresses zum Bahnhof fuhr, fiel gegen 17.40 Uhr an der Via Indipendenza ein Revolverschuss. Der Schuss verfehlte sein Ziel. Zamboni wurde unmittelbar von der Menge umringt und gelyncht; Mussolini setzte seine Fahrt zum Bahnhof fort, sprach dort zu Offizieren und reiste weiter nach Forlì. Als Täter wurde der fünfzehnjährige Anteo Zamboni identifiziert, Sohn eines wohlhabenden Bologneser Druckereiunternehmers. Sein Vater suchte wegen des langen Ausbleibens des Sohnes die Polizei auf und erkannte den Leichnam. Die Polizei nahm die gesamte Familie Zamboni fest: den Vater, zwei ältere Brüder und eine Tante. Auch zwei Mieter mit engen Beziehungen zur Familie wurden verhaftet. Ein in Mailand stationierter Bruder erklärte, Anteo habe früher Bewunderung für den Faschismus geäussert und sich den Balilla anschliessen wollen; auch er wurde festgehalten.