Themen: Wirtschaft/Finanzen, Klima&Energie, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Rund 40 Personen nahmen am Lindenhof an einem von Public Eye organisierten Stadtrundgang zum Finanzplatz Zürich teil. Die Freiwilligen Lewin und Frank verbanden Ortsgeschichte mit Kritik an Bankgeheimnis, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und politischen Verstrickungen. Sie zeichneten nach, wie Zürich mit Industrialisierung, Fluchtkapital im Ersten Weltkrieg und dem Bankgeheimnis von 1934 zu einem internationalen Finanzzentrum wurde. Thematisiert wurden auch der Handel mit Raubgold im Zweiten Weltkrieg und die Debatte um nachrichtenlose Vermögen in den 1990er-Jahren. Der automatische Informationsaustausch habe das Bankgeheimnis für ausländische Kundschaft seit 2017 weitgehend eingeschränkt, während die Weitergabe von Bankdaten im Inland strafrechtlich stärker verfolgt werde. An Beispielen wie Riad Salameh, den Tuna-Bonds in Mosambik und Julius Bär ging es um Geldwäsche, Sanktionen und geringe Konsequenzen für Verantwortliche. Zum Schluss stand die Klimawirkung des Finanzplatzes im Fokus: Seine fossilen Finanzierungen verursachten laut Rundgang ein Mehrfaches der Schweizer Inlandemissionen.