Themen: Partei-Politik, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: International, Westasien
Eine aussergewöhnlich hohe Mobilisierung der arabischen Minderheit könnte die Kräfteverhältnisse in Israels Knesset verändern. Bei den ersten Parlamentswahlen seit dem 7. Oktober richtete sich der Blick nach Schliessung der Wahllokale besonders auf arabische Wählerinnen und Wähler sowie ihre politischen Vertreter. Die endgültigen Resultate sollen am 4. November vorliegen, doch mehrere Nachwahlbefragungen sehen die arabischen Parteien Ra’am und Gemeinsame Liste in einer möglichen Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung. Der Likud von Benjamin Netanyahu dürfte demnach die für eine Mehrheit im Parlament nötigen 61 Sitze verfehlen. Bei der Auszählung der ersten Stimmen lag der Likud zwar vor der Partei des ehemaligen Armeechefs Gadi Eisenkot. Da die Stimmauszählung noch läuft, kann sich die Lage jedoch weiter verändern. Die hohe arabische Wahlbeteiligung wird als zentraler Faktor für die Zusammensetzung des neuen Parlaments betrachtet.