Themen: Gleichstellung, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Südamerika
Die peruanische Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren zu Zwangssterilisationen von Tausenden indigenen Frauen während der Präsidentschaft Alberto Fujimoris eingestellt. Von dem Entscheid profitieren 52 Verdächtige, darunter drei frühere Gesundheitsminister. Grundlage ist ein Gesetz von 2024, wonach Taten vor Juli 2002 nicht als Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt werden können. Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger bezeichnen es als «Gesetz der Straflosigkeit». Untersucht wurden Anzeigen von 4172 Frauen, die nach Sterilisationsoperationen schwere Verletzungen geltend machen. Fünf weitere Frauen starben. Die meisten Betroffenen waren arme indigene Frauen aus ländlichen Regionen. Ein UNO-Ausschuss hatte die Praxis als mögliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit beurteilt. Die Frauenrechtsorganisation Demus und die nationale Menschenrechtskoordination kritisieren die Verjährung und wollen eine Überprüfung des Entscheids erreichen. Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte hatte Peru im März wegen des Todes einer 1997 zwangssterilisierten Frau international verantwortlich erklärt.