Themen: CH-Politik, Gesundheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Am 14. Juni stimmt der Kanton Zürich über die SVP-Initiative «Stopp Prämien-Schock» ab. Sie verlangt, dass die steuerlich abzugsfähigen Krankenkassenkosten automatisch an die Prämien gekoppelt werden. Rafael Mörgeli anerkennt die Belastung durch steigende Prämien, hält den Ansatz aber für sozial unausgewogen. Von 2014 bis 2024 stieg die Teuerung laut Interview um 6 Prozent, die mittlere monatliche Prämie der obligatorischen Krankenpflegeversicherung dagegen um 35 Prozent. Einer durchschnittlichen Jahresprämie von 5903 Franken im Kanton Zürich stehe heute ein Abzug von 2900 Franken gegenüber. Da das Steuersystem progressiv sei, brächten höhere Abzüge hohen Einkommen deutlich mehr. Für Kanton und Gemeinden erwartet Mörgeli jährliche Ausfälle von 160 Millionen Franken, mit möglichen Folgen für Bildung und Klimaschutz. Eine vierköpfige Familie mit 20'000 Franken steuerbarem Einkommen würde jährlich 95 Franken zusätzlich abziehen können, bei 300'000 Franken wären es 547 Franken. Der Kantonsrat empfiehlt die Ablehnung mit 97 zu 76 Stimmen.