Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Ein Kommentator verbindet Eindrücke von der Puerta del Sol in Madrid mit einer grundsätzlichen Abrechnung mit linker Kulturkritik. Die dortigen Proteste junger Menschen gegen die prekäre Wohnungssituation und der Verkauf gefälschter Markenwaren auf der Strasse deutet er als Zeichen eines politischen und gesellschaftlichen Versagens. Seine zentrale These lautet, Antonio Gramscis Konzept kultureller Hegemonie habe über Schulen, Universitäten, Medien und Kunst den Westen geprägt. Daran knüpft er die Frankfurter Schule, die Neue Linke und die 68er-Bewegung an. Diese Strömungen hätten aus seiner Sicht traditionelle Autoritäten, Familie, religiöse und europäische Werte sowie die Vorstellung universeller Wahrheit untergraben. Der Text macht daraus eine Diagnose von Geburtenrückgang, Scheidungen, Vereinsamung, Drogenkonsum, Staatsverschuldung und Sozialabhängigkeit. Auch Schweizer Medien, politische Institutionen und Städte werden in die polemische Kritik einbezogen. Als Gegenposition bekennt sich der Verfasser zu Kapitalismus, Eigenverantwortung und kultureller Tradition.