Themen: Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Hanspeter Amstutz präsentiert in 96 Charts das Schweizer Wirtschaftswunder der 1950er Jahre. Im Zentrum steht die fiktive Familie Brunner, anhand derer sich Veränderungen im Alltag zeigen: elektrische Haushaltgeräte erleichtern die Arbeit, der Konsum nimmt zu, ein Auto wird erschwinglicher und Radio sowie öffentlicher Verkehr prägen den Alltag. Zugleich bleiben viele Tätigkeiten, etwa Waschen, Flicken und Einkaufen im Quartierladen, arbeitsintensiv; traditionelle Rollenbilder bestimmen das Familienleben. Die Darstellung erinnert auch an die noch nahe Kriegs- und Rationierungszeit sowie an die Anbauschlacht. Sie verbindet die Schweizer Entwicklung mit dem Wiederaufbau Europas, dem Marshall-Plan und dem Kalten Krieg zwischen USA und Sowjetunion. Die vom Krieg unversehrte Industrie, politische Stabilität, steigende Exporte und Vollbeschäftigung bilden wichtige Voraussetzungen des Aufschwungs. Themen wie Gastarbeit, Frauenstimmrecht, Schulalltag, technische Fortschritte bei Eisenbahn und Haushalt sowie die Fussball-WM 1954 sollen zur Diskussion über diese Epoche anregen.