Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Jonas Fränkel und Rudolf Jakob Humm suchten zwischen 1950 und 1965 im Briefwechsel Rückhalt für ihre vom Mainstream abweichenden Positionen. Die Edition zeigt den Berner Literaturwissenschaftler Fränkel und den Zürcher Schriftsteller, Publizisten und Herausgeber Humm als kritische Intellektuelle der Nachkriegszeit. Humm gab ab 1948 die hektografierte Zeitschrift «Unsere Meinung» heraus, die Literatur, Kunst, Weltgeschehen, Schule und Pressewesen behandelte und im Kalten Krieg eine Haltung zwischen den Blöcken vertrat. Fränkel blieb von den gescheiterten Projekten um die Werke und Nachlässe Carl Spittelers und Gottfried Kellers geprägt. Fachliche Konflikte, persönliche Ressentiments, seine eigene Kompromisslosigkeit sowie Druck aus dem nationalsozialistischen Deutschland und Antisemitismus in der Schweiz trugen zu seinen Niederlagen bei. Humm unterstützte ihn mit Beiträgen in seiner Zeitschrift und der Weltwoche. Die Korrespondenz zeigt auch Fränkels Distanz zur zeitgenössischen Literatur und die persönliche Belastung öffentlicher Isolation.