Themen: KI/Digital, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, International Unbestimmt
Der Skandal um den kanadisch-haitianischen Schriftsteller Thélyson Orélien stellt die üblichen Orientierungshilfen beim Bücherkauf infrage. Sein Roman «C’était ça ou mourir» ist kommerziell erfolgreich und für mehrere bedeutende Literaturpreise ausgewählt worden. Bislang konnten sich Leserinnen und Leser bei Klassikern auf historische Auswahlprozesse und bei Neuerscheinungen auf Kritiker, Preise, Buchhandlungen und Verlage stützen. Preise heben jährlich einzelne Werke aus der grossen Zahl der Herbstneuerscheinungen hervor, Buchhändler empfehlen persönliche Favoriten, und Verlage prüfen Manuskripte vor der Veröffentlichung. Der Fall Orélien weckt jedoch Zweifel daran, ob diese Instanzen weiterhin verlässlich als Qualitätsgaranten wirken. Damit verbindet sich die Frage, welche Rolle künstliche Intelligenz bei literarischen Werken spielen darf und ob Bücher mit einem solchen Hintergrund gelesen werden sollen.