22.5.2026 Zum ersten Mal verwalten Vermögensverwalter in Hongkong mehr grenzüberschreitende Vermögen als Schweizer Privatbanken, schreibt die Financial Times heute. Die Boston Consulting Group beziffert das Volumen auf 2,9 Billionen Dollar, davon rund 60 Prozent aus dem chinesischen Festland. Das Momentum liegt im Osten. Die Schweiz wirkt statisch. Stabilität als Modell hat Jahrzehnte funktioniert. Vielleicht zu gut. Während Hongkong von Chinas Wachstum profitiert, verwaltet die Schweiz vor allem Bestand. Reiche Kunden verteilen ihr Vermögen nicht mehr nur aus steuerlichen Gründen, sondern zunehmend aus geopolitischer Vorsicht – husten, husten, Stichwort Dubai. Jurisdiktionen werden dabei selbst zu Risiken. Kapital wird gestreut, um sich gegen Sanktionen und politische Eingriffe abzusichern. Früher ging es um Steuern und Strukturen, heute um Absicherung gegen Unsicherheit zwischen Machtblöcken. Es gibt zwei Finanzachsen: Hongkong und Singapur im Osten, die Schweiz, UAE und USA im Westen. Für die Schweiz ambivalent: Sicherer Hafen für europäisches Vermögen, doch Verlust des direkten Zugangs zu asiatischen Strömen. Viele Banken bauen Zweitsitze in Asien. Kundennähe folgt dem Kapital. Die Frage in Zürich ist, ob Stabilität allein noch reicht oder das alte Modell angepasst werden muss. Andere nutzen die Lücke. Dubai bietet mit niedrigen Steuern eine Brücke für die Mutigen und für jene, die Trump noch glauben, dass der Iran-Krieg wirklich zu Ende ist. Singapur hält trotz der Bremse durch neue Regeln stand. Der Trend ist irreversibel. Vermögenszentren folgen der wirtschaftlichen Macht. Die Schweiz bleibt relevant, ist aber nicht mehr der Mittelpunkt. Sie ist nur noch Teil eines Netzwerks.